In Würzburg zeigt sich der November noch mild, doch der Winter ist schon spürbar nah. Bis März liegt die durchschnittliche tägliche Höchsttemperatur im langjährigen Mittel unter 7 Grad Celsius (°C). Der kälteste Monat des Jahres in Würzburg ist der Januar mit einer durchschnittlichen Tiefsttemperatur von -2 °C und einer Höchsttemperatur von 3 °C. Manche werden jetzt von südlichen Gefilden träumen oder an ihre Heizung denken. Der eine oder andere Fahrer eines Elektroautos wird aber noch auf andere Gedanken kommen. War da nicht etwas mit Elektroautos bei Kälte?
Die Heizung frisst Strom
Wenn die Temperaturen fallen, kann der Stromverbrauch des E-Autos in die Höhe schnellen – und damit die Reichweite schrumpfen. Laut ADAC können dies 10 bis 30 Prozent sein. Der Grund leuchtet ein: Die Batterie muss nicht nur das Auto antreiben. Sie heizt auch den Innenraum, die Scheiben, oft auch Sitze und das Lenkrad mit elektrischer Energie. Außerdem benötigen Scheibenwischer und Fahrlicht Strom aus der Batterie. Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund.
Wenn die Batterie friert
Auch dem Akku im Fahrzeugboden wird kalt. Damit er seine volle Leistung bringen kann, benötigt er optimale Temperaturbedingungen – hier läuft die Elektrochemie besonders effizient ab. Meist sind das zwischen 20 und 40 Grad Celsius. Gerade im Winter ist es für die Technik jedoch eine Herausforderung, dieses ideale Temperaturfenster zu erreichen. Muss ein komplett ausgekühlter Akku, der mehrere Hundert Kilogramm wiegt, wieder erwärmt werden, braucht dies viel Energie. Je größer der Akku und je niedriger die Außentemperatur, desto mehr Energie wird zum Aufwärmen benötigt.
Energieeffizienz durch Vorkonditionierung
Eine clevere Methode, um Energie zu sparen, hat WVV-Kollege Philipp Stühler parat: die Vorkonditionierung des Fahrzeugs. „Während Ihr E-Auto an einer Ladestation angeschlossen ist, können Sie per App-Steuerung den Innenraum Ihres Autos vorheizen lassen“, weiß Stühler. „Dadurch wird die Batterie geschont, da der Strom für die Heizung direkt aus dem Netz kommt.“ Beim Fahren selbst nutzt er dann die Sitz- und Lenkradheizung statt der klassischen Innenraumheizung, da diese weniger Energie verbrauchen. Und selbst für den Umgang mit dem Gaspedal hat er einen Tipp: „Eine vorausschauende Fahrweise mit gezielter Nutzung der Rekuperation hilft, Energie zurückzugewinnen.“
FAQ: E-Autos im Winter. Was muss man wissen?
Wie kann ich die Reichweite im Winter steigern?
Heizen Sie gezielt: Nutzen Sie Sitz- und Lenkradheizung statt Innenraumlüftung. Vorklimatisieren Sie das Auto, solange es noch am Stromnetz hängt. Entfernen Sie Schnee und Eis von Dach und Haube – das spart Gewicht und senkt Aerodynamikverluste. Viele Modelle verfügen mittlerweile über einen Eco-Modus, der das Energiemanagement auf maximale Effizienz trimmt.
Soll ich das Auto immer vollladen?
Im Winter ist es sinnvoll, die Batterie vor längeren Fahrten auf 100 Prozent zu laden – sonst genügen meist 80 Prozent. So bleibt der Akku geschont. Praktisch: Viele Fahrzeuge lassen sich so einstellen, dass sie kurz vor der Abfahrt fertig geladen und vorgewärmt sind.
Wie verhindere ich zu langsames Laden bei Kälte?
Laden Sie möglichst nach der Fahrt, nicht vor der Abfahrt. Dann ist der Akku warm. Steht das Auto länger, hilft ein Standort mit Garage oder Carport. Manche Modelle bieten eine Akku-Vorheizfunktion – aktivieren Sie sie rechtzeitig bei Schnelllade-Stopps.
Schadet die Kälte der Batterie?
Minusgrade sind nicht gerade die Wohlfühltemperatur für Akkus. Doch in der Regel sind sie gut isoliert. Je niedriger die Außentemperatur, desto leichter entlädt sich die Batterie. Steht der Wagen während des Winterurlaubs länger in der Kälte, kann sich der Akku auch komplett entladen.
Muss ich beim Parken etwas beachten?
Wenn möglich, parken Sie windgeschützt. Ideal ist eine Garage, wo es in aller Regel wärmer ist als draußen. Vermeiden Sie längeres Stehen bei Temperaturen weit unter null ohne Stromanschluss. Schließen Sie das Auto ans Netz an, auch wenn es nur mit niedriger Leistung lädt – so bleibt der Akku temperiert.
Wie wirkt sich Kälte auf die Rekuperation aus?
Ein kalter Akku nimmt anfänglich weniger Bremsenergie auf. Die Rekuperation ist deshalb gedrosselt. Nach einigen Kilometern normalisiert sich das Verhalten von selbst, sobald der Akku warm ist.
Wie plane ich längere Fahrten im Winter?
Rechnen Sie mit etwas mehr Zeit für Ladepausen. Nutzen Sie Routenplaner mit Echtzeit-Daten und berücksichtigen Sie, dass die Ladeleistung bei Kälte niedriger sein kann. Starten Sie mit vorgewärmtem und vollem Akku.
Wie bleibt es im Auto warm, ohne Energie zu verschwenden?
Schalten Sie die Klimaautomatik in den Eco-Modus. Verwenden Sie die Umluftfunktion, um weniger kalte Außenluft anzusaugen. Wärmepumpen sparen zusätzlich Energie – prüfen Sie, ob Ihr Modell sie nutzt.
Braucht ein E-Auto Winterreifen?
Ja, wie jedes Fahrzeug. Winterreifen verbessern Haftung, Fahrverhalten und Bremsweg. Wegen des höheren Drehmoments vieler E-Autos lohnen sich Reifen mit speziellen Gummimischungen für Elektrofahrzeuge.
Wie pflege ich den Akku im Winter richtig?
Extreme Temperaturen meiden. Das Auto regelmäßig bewegen, nicht wochenlang voll oder leer stehen lassen. Ideal sind Ladestände zwischen 30 und 80 Prozent. Eine sanfte Fahrweise schont nicht nur den Akku, sondern auch die Nerven.
Wie lange hält ein Akku im Stau?
Eine häufige Sorge im Winter betrifft das Verhalten im Stau: Wie lange hält der Akku, wenn die Heizung läuft? Philipp Stühler von der WVV macht eine Rechnung auf. Als Beispiel dient ein Elektroauto mit einer 50-Kilowattstunden-Batterie und einem durchschnittlichen Heizverbrauch von 1 bis 2 Kilowatt pro Stunde. „In diesem Fall könnte das Fahrzeug je nach Restladung 25 bis 50 Stunden im Stand heizen – ausreichend Zeit, selbst in extremen Situationen“, sagt Stühler. Dennoch empfiehlt es sich, für längere Winterfahrten vorbereitet zu sein, etwa mit einer Decke und warmer Kleidung im Gepäck.
Öffentlich und privat laden mit der WVV
In und um Würzburg hält die WVV Energie an über 100 Standorten fast 400 Ladepunkte bereit. An mehr als 20 Standorten sogar mit Gleichstrom (DC) für eine schnelle Aufladung. Für diejenigen, die ihr E-Auto bequem, schnell und zuverlässig zu Hause laden wollen, bietet die WVV den passenden Stromtarif zur Wallbox.
Sicher und entspannt durch die kalte Jahreszeit
Die kalten Temperaturen wirken sich auf den Energiespeicher im Auto aus. Zusätzlich benötigen Heizung und Licht mehr Strom als im Sommer. Die Reichweite des Fahrzeugs sinkt. Bei neuen Modellen fällt das aber kaum mehr ins Gewicht. Wer warm lädt, vorausschauend fährt und den Akku im Blick behält, fährt effizient, sicher und entspannt – auch bei Minusgraden.