Große Nachfrage, gefüllte Wartelisten
Schon zwei Wochen nach Start der Anmeldung und somit knapp zwei Monate vor dem Event war die Wanderung komplett ausgebucht. Das zeigt: Interesse an Hintergründen rund ums Trinkwasser ist hoch – und das Event etabliert sich immer mehr als feste Größe für alle, die gerne draußen unterwegs sind und mehr über lokale Versorgungsstrukturen wissen möchten.
Mehr als Wandern: Exkursion mit Blick hinter die Kulissen
Am Samstagmorgen um 10 Uhr fanden sich rund 300 wanderbegeisterte Teilnehmende aus Würzburg und der Region vor der Weißen Mühle in Estenfeld ein, um gemeinsam zu marschieren und sich rund ums Trinkwasser zu informieren. Über die Hälfte der Wandernden griff für die Anreise aus der Würzburger Innenstadt auf die kostenlosen E-Shuttlebusse der WVV zurück.
Begrüßt wurden die Teilnehmenden von WVV-Geschäftsführer Armin Lewetz, der die aktuellen Themen der Trinkwasserversorgung einordnete. Auch Estenfelds neuer Bürgermeister Christian Albert, der als Aufsichtsratsmitglied der WW-E erstmals bei der WVV Trinkwasserwanderung an den Start ging, nutzte die Gelegenheit, die Teilnehmenden willkommen zu heißen. Mit dabei waren außerdem Würzburgs 2. Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlova und Estenfelds 2. Bürgermeister Konrad Hasch, die ebenfalls die Wanderschuhe schnürten.
Bei besten Bedingungen – Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – setzte sich ein langer Tross von Wanderbegeisterten in Bewegung. Entlang der Kürnach führte der Weg Richtung Lengfeld, wobei die Teilnehmenden Schritt für Schritt ihrem Ziel näherkamen. Nach knapp 20 Minuten Fußmarsch erreichte die Gruppe das Pumpwerk Lengfeld. Dort standen die Türen sprichwörtlich weit offen, sodass alle Interessierten einen Blick hinter die Kulissen der Wasserversorgung werfen konnten. Alle Teilnehmenden erhielten vor Ort als Überraschung eine hochwertige Edelstahlflasche als nützlichen Begleiter für künftige Wege und konnten diese direkt am Pumpwerk mit frischem Trinkwasser aus der WW-E befüllen.
Der nächste Streckenabschnitt führte die Wandergruppe entlang des Riedbachs, vorbei an einem Tiefbrunnen und weiter hinein in ein Waldstück. Schon von Weitem fiel ein über die Baumkronen hinweg sichtbarer Kran ins Auge. Die Frage „Eine Großbaustelle mitten im Wald?“ lag auf der Zunge vieler Teilnehmenden, ehe das Ziel erreicht war: der Hochbehälter Heiligenholz. An diesem Standort entsteht aktuell ein neues Wasserwerk mit einer hochmodernen Trübstoffentfernungsanlage – ein echter Meilenstein auf dem Weg zu einer weiterhin sicheren Trinkwasserversorgung.
Für eine wohlverdiente Rast sorgten Sebastian Düll und sein Team von der Brotbäckerei Düll, die vor Ort in der Baustelleneinfahrt frische Butterbrote schmierten und den Wandernden damit einen herzhaften Zwischensnack boten. Während sich alle munter das frische Brot schmecken ließen und mit Staunen die Baustelle am Hochbehälter Heiligenholz in Augenschein nahmen, nutzten Frank Krönlein und Jens Lüke von der Trinkwasserversorgung Würzburg (TWV) die Gelegenheit, um am Mikrofon umfassend über den Standort, das neue Wasserwerk und das Wasserschutzgebiet zu informieren. Mit neuen interessanten Einblicken im Gepäck und gestärkt durch die Pause wurden die Wanderschuhe noch einmal enger geschnürt.
Die weitere Route führte die Gruppe durch die Getreidefelder zwischen Estenfeld, Rottendorf und Kürnach. Sanfte Brisen ließen die Ähren in wellenartigen Mustern tanzen und die freie Sicht bot herrliche Panoramen – ein echtes Highlight für Naturbegeisterte. Kurz vor der A7 bestand nochmals Gelegenheit, die Wasserflaschen aufzufüllen und sich für die letzte gute Wanderstunde zu wappnen. Entlang des Nägeleinsbach führte der Weg schließlich zurück zur Weißen Mühle.
Dort angekommen, warteten die Sportfreunde der WVV bereits darauf, die Teilnehmenden traditionell mit Erfrischungsgetränken und Leckereien vom Grill zu bewirten. Auch das gehört zur WVV Trinkwasserwanderung: ein gemeinsamer Abschluss, bei dem Austausch und Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Für die Rückfahrt in die Würzburger Innenstadt standen schließlich wieder mehrere kostenlose E-Shuttlebusse bereit – so kamen alle nach einem erlebnisreichen Tag auf sicheren Wegen wieder nach Hause.
Aktuelle Infotafeln zum Bauprojekt am Hochbehälter und mehr
35-faches Jubiläum: Historie der WVV Trinkwasserwanderung
Wir gehen zurück in das Jahr 1988, als die WVV zur allerersten WVV Trinkwasserwanderung einlädt. „Für unser Wasser zur Tat schreiten: Auf geht’s mit Kind und Kegel!“, heißt es damals in der Reklame. Highlight der Premierenwanderung war es, die Bohrarbeiten in der Gemarkung Rimpar live vor Ort mitverfolgen und sich gezielt zum Thema Trinkwasser informieren zu können. Für das leibliche Wohl der Teilnehmenden war gesorgt und auch die Hin- und Rückfahrt ab bzw. an Würzburg war bequem mit einer Sonderlinie möglich.
An diesem Grundkonzept – Wanderung, Information plus geselliger Rahmen – hat sich seit jeher nicht wirklich etwas geändert und dadurch, dass das Thema Trinkwasserschutz gerade zuletzt in der Gesellschaft an Bedeutung gewinnt, findet die WVV Trinkwasserwanderung von Jahr zu Jahr immer mehr Anklang bei den Menschen aus der Region. Dreieinhalb Jahrzehnte lang machte die Veranstaltung nun die Runde durch verschiedene Wasserschutzgebiete, vorbei an diversen Hochbehältern und Pumpwerken und bot mehrfach die Möglichkeit hinter die Fassaden von Wasserwerken und weiteren technischen Anlagen zu blicken. 2016 und 2018 ging es sogar spektakulär mit dem Schiff zur Trinkwasserwanderung nach Zell und Randersacker, bevor die Eventserie – bedingt durch die Corona-Pandemie – 2021, 2022 und 2023 aussetzen musste. Bei der diesjährigen Wanderung handelte es sich folglich um die 35. Edition. Zuletzt wanderte man 2012 und 2019 durch das Gebiet der WW-E.
Bildergalerie: Impressionen von der Trinkwasserwanderung 2026
Fotos: Sven’s Bildwerke