Elektroautos: Geringe Reichweite, hoher Anschaffungspreis, schlechte Umweltbilanz – was ist dran?

Rund um das Thema E-Mobilität kursieren viele Mythen. Warum Sie sich den Fahrspaß nicht verderben lassen sollten, weiß die WVV. Foto: Laura Schraudner

Eigentlich wäre ein Elektroauto ja schon eine feine Sache, aber sind die wirklich alltagstauglich? Zugegeben – es tun sich eine Menge Fragen auf, wenn es um Stromer geht. Zum Beispiel die nach der tatsächlichen Reichweite des Autos, den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten oder der Ökobilanz der Batterie. Doch was ist eigentlich dran an diesen E-Mobilitätsmythen? Die WVV klärt auf.

Elektroautos haben eine geringe Reichweite

Eine Autobahn- oder Urlaubsfahrt mit dem E-Auto – geht das bedenkenlos? Viele befürchten, dass die tatsächliche Reichweite der Batterie nicht ausreicht, um längere Strecken zu meistern. Zudem sei das Netz öffentlicher Ladestationen nicht gut genug ausgebaut, um die Batterie unterwegs wieder aufzutanken. Aber wie sieht der aktuelle Stand wirklich aus? Ist die Reichweite eines E-Autos alltagstauglich?

Mit einer Ladung kann ein Elektroauto – abhängig vom Modell – mittlerweile eine Strecke von maximal 550 Kilometern zurücklegen.

Laden daheim mit Wallbox

Jeder Deutsche legt im Durchschnitt mit dem Auto pro Tag 38 Kilometer zurück. Die Reichweite eines Elektroautos liegt mittlerweile bei bis zu 550 Kilometern. Die Sorge, E-Autos seien für Alltagsstrecken nicht zu gebrauchen, ist daher unbegründet.

Außerdem: Autos in privatem Gebrauch stehen etwa 90 Prozent der Zeit. Zum Beispiel nachts in der Garage. Perfekte Bedingungen, um jetzt das E-Auto aufzuladen. Mit einer Wallbox – einer Stromtankstelle für zu Hause – ist das besonders komfortabel. Wann immer das E-Auto in der Garage oder unter dem Carport steht, versorgt die Wallbox es mit neuem Strom – und macht es bereit für den nächsten Tag. Ergänzend lässt sich der E-Flitzer an öffentlichen Stationen, zum Beispiel in der Stadt oder an Autobahnen, laden.

Sie möchten mehr zum Thema Wallbox erfahren? Weitere Informationen finden Sie hier.

Hier gibt’s vollen Akku: Die WVV betreibt 19 Ladesäulen in Würzburg und Umgebung. Foto: Laura Schraudner

Laden unterwegs

Nicht nur nachts in der Garage steht das Fahrzeug still. Genauso während des Einkaufs, des Arzttermins oder anderer Erledigungen. Um auch diese Zeiträume zu nutzen, bieten viele Kommunen oder Energieversorger öffentliche Ladesäulen an, Supermärkte und Parkhausbetreiber punkten bei ihren Kunden mit halböffentlichen Lademöglichkeiten.

Die Zahl der Stromtankstellen steigt rasant an: In ganz Deutschland gibt es bereits 33.107 öffentliche und halböffentliche Ladepunkte – ein Zuwachs von 19 Prozent seit April 2020. Auch die WVV betreibt bereits 19 Ladesäulen in Würzburg und Umgebung. In den Ballungsräumen ist die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge schon sehr gut ausgebaut.

Es ist mittlerweile durchaus möglich, mit dem E-Auto in den Urlaub zu fahren. Kurze und längere Ladepausen sollten die Reisenden einfach vorher einplanen. Und steht eine Schnellladestation zur Verfügung, lädt der Stromer, soweit technisch möglich, in nur einer halben Stunde – die perfekte Zeit, um eine längere Pause an der Autobahnraststätte einzulegen. Eine Übersicht aller Ladepunkte gibt es bei der Bundesnetzagentur.

In Deutschland gibt es bereits über 33.000 öffentliche und halböffentliche Ladepunkte.

Elektroautos sind zu leise – und gefährden andere Verkehrsteilnehmer

Elektroautos erzeugen aufgrund ihres Antriebs nicht die gleichen Motorengeräusche wie Verbrenner – sie sind sehr leise. Das ist auf der einen Seite ein großes Plus. Denn so reduzieren sie den Lärmpegel in Städten. Auf der anderen Seite sind sie für andere Verkehrsteilnehmer schwerer wahrnehmbar.

Um dem entgegenzuwirken, ist es in der EU seit Juli 2019 Pflicht, jedes E-Auto mit einem akustischen Warnsystem (AVAS), ähnlich einem Sound Generator, auszustatten oder nachzurüsten. Das Warnsystem verleiht dem Stromer ein künstliches, angenehmes Geräusch – und macht es auch im lauten Straßenverkehr hörbar.

Elektroautos sind umweltschädlich

Lithium-Ionen-Akkus bestehen aus wertvollen Ressourcen, die schwierig zu gewinnen sind – das ist kein Geheimnis. Und eines der häufigsten Argumente, um die Ökobilanz von E-Autos infrage zu stellen.

Doch Elektroantriebe sind in der Regel trotzdem viel klimaschonender, als die meisten anderen Antriebstechniken. Sogar bei der Herstellung der Batterie fällt die Ökobilanz eines E-Autos nicht schlecht aus. Denn die Rohstoffe, die in den Akkus stecken, sind unproblematischer, als der Kraftstoff für Verbrennermotoren: Die weltweiten Lithium-Vorkommen werden im nächsten Jahrzehnt erst zu einem Prozent erschöpft sein. Forscher arbeiten zurzeit daran, den Kobaltanteil der Batterie von aktuell zwölf auf sechs Prozent zu reduzieren – was die Umweltbilanz des Akkus noch einmal enorm verbessern würde.

Auch in Sachen Entsorgung steht die Lithium-Ionen-Batterie nicht so schlecht da, wie viele denken: Die Recyclingquote des Akkus liegt bei 97 Prozent. Die Wertstoffe können dann zum Beispiel für Photovoltaiksysteme eingesetzt oder getrennt und einzeln weiterverarbeitet.

Besonders im Betrieb sind Elektroautos klimaschonender, als ihre Verbrennerkollegen: Mit Ökostrom betankt, fahren sie lokal emissionsfrei. Besonders rentabel – sowohl für Umwelt, als auch für den Geldbeutel – ist es, das E-Auto mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage zu betanken.

Um eine Million E-Autos komplett vollzuladen, benötigt man lediglich 0,5 Prozent des Gesamtstrombedarfs in Deutschland.

Wer seine Routen clever plant, fährt komfortabel mit dem E-Auto in den Urlaub. Foto: Laura Schraudner

Gut zu wissen: Die Auswirkungen von Elektroautos auf das Stromnetz sind weitaus geringer, als die meisten erwarten. Trotzdem hält sich das Schreckgespenst eines Blackouts wegen zu vieler E-Autos hartnäckig. Fakt ist allerdings, dass eine Million Elektroautos für eine volle Akkuladung nur 2,4 Terawattstunden (tWh) benötigen. Das sind gerade mal 0,5 Prozent des Gesamtstrombedarfs in Deutschland. Die zusätzliche Belastung des Stromnetzes ist damit kaum spürbar.

Elektroautos sind viel zu teuer!

Es ist wohl das Argument schlecht hin: E-Autos kann sich niemand leisten! Falsch. Elektroautos sind im Vergleich zu Verbrennern zwar immer noch kostspieliger. Das ändert sich aber zunehmend. Zum einen, weil E-Autos immer stärker in Serie angefertigt werden – und auch die Kosten für Batterien kontinuierlich sinken. Zum anderen gibt es großzügige, staatliche Förderungen: Im Zuge des Konjunkturprogramms hat die Bundesregierung die Umweltprämie verdoppelt. Anstelle von 3.000 Euro staatlichem Zuschuss gibt es nun 6.000 Euro. Plus 3.000 Euro Herstellerzuschuss. Außerdem nicht zu unterschätzen: Elektroautos genießen Steuervorteile: Sie sind für bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Was die Kosten angeht, punkten Autos mit Elektroantrieb außerdem im laufenden Betrieb: Denn im Gegensatz zu Verbrennern, benötigen sie so gut wie keine Wartung oder Schmierstoffe und haben weniger Verschleißteile. Hinzu kommt: Die Treibstoffkosten pro Kilometer sind mit einem Elektroauto weitaus geringer. Für 300 bis 400 Kilometer kostet der Treibstoff etwa 18 Euro (bei 30 Cent pro Kilowattstunde). So günstig schafft es nicht einmal jeder Dieselverbrenner. Weitere spannende E-Mobilitätsmythen gibt es hier.

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