Zeitgemäß heizen – neues WVV-Beratungsangebot zu Wärmelösungen fürs Zuhause

„Etwas Warmes braucht der Mensch!“ So lautete der Werbeslogan eines Herstellers von Suppen und Fertiggerichten in den 1980er Jahren. Er gilt bis heute als eines der markantesten Beispiele für eine emotionale, menschliche Grundbedürfnisse adressierende Werbung in der Lebensmittelbranche. Ein solches Grundbedürfnis ist zweifellos das nach Wärme – vor allem in den kühleren Jahreszeiten. Wer möchte da auf eine gut beheizte Wohnung verzichten und sich mit einer warmen Suppe begnügen? Sicher niemand.

Hier kommt die WVV ins Spiel: Seit über 70 Jahren besteht die Fernwärmeversorgung in Würzburg durch das Heizkraftwerk (HKW) an der Friedensbrücke. Rund 300 Gigawattstunden (GWh) an thermischer Energie erzeugt das Unternehmen jährlich in diesem Bereich und liefert damit Wärme für 1.200 Haushalte, Gewerbekunden und öffentliche Einrichtungen. Daher spielt die Fernwärme selbstverständlich auch in der kommunalen Wärmeplanung Würzburgs eine zentrale Rolle. Christian Fröhlich, der zum Kernteam für die Erstellung der Wärmeleitplanung der Stadtwerke Würzburg gehörte, weist in diesem Zusammenhang aber auf einen wichtigen Sachverhalt hin: „Bei der Planung, welche Teile der Stadt künftig mit Fernwärme versorgt werden können und sollen, hat sich erwartungsgemäß herausgestellt, dass es Gebiete gibt, wo eine Fernwärmeversorgung nicht möglich oder aus wirtschaftlicher Sicht nicht zweckmäßig ist. Aber den Menschen, die in diesen Gegenden wohnen, wollen wir als Wärmeversorgungsunternehmen ebenfalls geeignete Lösungen anbieten können.“

Gesagt – getan: Im Herbst 2025 bildete man eine eigene Abteilung mit dem Kürzel „MM-W“ bei der WVV, zu dessen Abteilungsleiter Christian Fröhlich berufen wurde. „Das Kürzel steht für ‚Marktmanagement-Wärme‘, aber ich selbst spreche eigentlich lieber von Wärmelösungen“, berichtet Christian Fröhlich. „Denn darum geht es in unserer Abteilung: Seit dem 1. Januar 2026 können wir unserer Kundschaft offiziell Beratung und Unterstützung auch bei Wärmelösungen abseits der Fernwärme bieten – und zwar im gesamten Spektrum vom Ein- oder Zweifamilienhaus über größere Immobilienprojekte bis hin zu ganzen Quartierslösungen.“

Seit Januar bietet die WVV kompetente Beratung auch bei Wärmelösungen abseits der Fernwärme.

Christian Fröhlich, Abteilungsleiter Marktmanagement-Wärme bei der WVV Energie

Geballte Kompetenz im Team

Ein dreiköpfiges Team kümmert sich um diese Aufgabe, wobei es eine Rollenverteilung entlang von Kernkompetenzen gibt: Lorenz Bauer, Projektingenieur für Wärmetechnik/Wärmeversorgung beschäftigt sich vorrangig mit den größeren Projekten, die es etwa im Bestandswärmenetz, aber auch in Neubaugebieten gibt. Ein Beispiel dafür ist das Wärmenetz in einer Würzburger Wohnungseigentümergemeinschaft, das bislang jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden (KWh) Gas in einer schon etwas in die Jahre gekommenen Kesselanlage verbraucht. Dort stellen sich Fragen der Sorte: Was ist die zukunftsfähigste Lösung? Bleibt man bei einer Gasanlage, die aber eventuell mit Biomethan angereichert wird? Baut man stattdessen besser eine große Wärmepumpe ein? Oder ist vielleicht eine Pelletanlage hier am besten geeignet?

Julian Langer, der seit über 20 Jahren im Bereich „Sanitär, Heizung, Klima“ (SHK) als Heizungsinstallateur tätig ist und auf ebenso lange Erfahrungen mit dem Einbau von Wärmepumpen zurückblicken kann, kümmert sich dagegen hauptsächlich um die Anfragen von Individualkunden und -kundinnen, die zu den Themen Fernwärme, Wärmewende und Wärmepumpe bei der WVV eingehen. Seine Leidenschaft für die Wärmepumpe teilt er im Übrigen mit seinem Chef Christian Fröhlich, dessen Hauptaufgabe neben der Unterstützung seiner beiden Kollegen darin besteht, Gespräche mit Herstellern und Handwerksunternehmen zu führen, Handelskonditionen zu vereinbaren sowie die Prozesse zur Bearbeitung von Kundenanfragen stetig digitaler und effizienter zu gestalten.

Wärmepumpe
Wie funktioniert eigentlich eine Wärmepumpe? Die WVV Energie erklärt es hier im Youtube-Video.

Fernwärme oder Wärmepumpe? Ein Quick-Check gibt erste Aufschlüsse

Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Online-Tool der WVV, das einem nach der Adresseingabe Auskunft auf zentrale Fragen der eigenen Wärmeversorgung gibt : Kann ich an meinem Wohnort schon heute Fernwärme beziehen? Wohne ich in einem Fernwärmeausbaugebiet, wo dies künftig der Fall sein wird? Oder in einem sogenannten Fernwärmeprüfgebiet, in dem laut kommunaler Wärmeplanung der Ausbau der Fernwärme noch nicht entschieden ist, aber geprüft werden soll? In diesen Fällen kommen Anfragende zunächst in Kontakt mit der Fernwärmeberatung der WVV. Denn die Fernwärme hat gegenüber Individuallösungen diverse Vorteile, so dass sich zum Beispiel der Einbau einer Wärmepumpe in diesen Gebieten in aller Regel nicht anbietet. Wobei Christian Fröhlich auf eine erwähnenswerte Ausnahme hinweist: „Wenn in einem Prüfgebiet eine dringliche Lösung gesucht wird, weil beispielsweise die Lebensdauer der aktuellen Heizanlage an ihre Grenzen stößt und man nicht warten kann, bis über die Verlegung von Fernwärme entschieden ist, dann können wir zu möglichen Interimslösungen beraten. Denn man muss sich klarmachen: Es kann in diesen Gebieten unter Umständen 15 Jahre dauern, bis dort Fernwärme tatsächlich verfügbar ist.“ Auch in solchen Fällen ist Julian Langer der richtige Ansprechpartner.

Allerdings ist das Dreigespann bei seiner Aufgabenstellung nicht auf sich allein gestellt. Man arbeitet eng mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Konzernbereichen zusammen, die in Sachen „Wärme“ bereits über umfangreiches Know-how verfügen. Das gilt etwa für den Netzbetreiber, also die Mainfranken Netze GmbH (MFN), aber auch für die Immobilien-Management GmbH (IMG) oder den Vertrieb der WVV Energie, bei dem bereits zwölf Wärmecontractings aufgebaut wurden. Und sobald es um große Anlagen im Megawatt-Bereich geht, ist natürlich auch das Know-how aus den Großkraftwerken der WVV gefragt.

Das Team der Abteilung MM-W:  Julian Langer, Christian Fröhlich, Lorenz Bauer (v.l.n.r.)
Das Team der Abteilung MM-W: Julian Langer, Christian Fröhlich, Lorenz Bauer (v.l.n.r.). // Foto: WVV

Die Rolle der Abteilung MM-W ist es, die Aktivitäten der WVV im Bereich „Wärmelösungen“ so zu bündeln und zu standardisieren, dass man dem wachsenden Bedarf, der durch die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) in den kommenden Jahren zu erwarten ist, kompetent und effizient begegnen sowie Wettbewerbern erfolgreich die Stirn bieten kann. „Mein Ansinnen ist es, für die Kunden die Zeit zwischen Anfrage und Angebot auf ein Mindestmaß zu reduzieren und dahin zu kommen, dass wir als regionales Stadtwerk im Bereich von Wärmelösungen auch Angebote aus einer Hand liefern können“, beschreibt Abteilungsleiter Fröhlich seine Vision. Aktuell ist es noch so, dass Julian Langer beispielsweise die Beratung vor Ort übernimmt und wichtige Fragen vorab klärt: Wie alt ist das Haus? Wie groß ist die Fläche? Wie hoch ist der aktuelle Gas- oder Ölverbrauch? Was sind mögliche Aufstellpunkte für eine Wärmepumpe? Diese Erkenntnisse gibt er in Form von Daten und Fotos an einen kooperierenden Handwerksbetrieb weiter, der dann das eigentliche Angebot erstellt.

Plädoyer für die Wärmepumpe – doch stets mit ehrlicher Beratung

Eine offene und ehrliche Beratung ist für uns das A und O. In seltenen Fällen ist eine Wärmepumpe nicht die zielführende Lösung – das müssen und werden wir unseren Kundinnen und Kunden auch offen so sagen.

Christian Fröhlich, Abteilungsleiter Marktmanagement-Wärme bei der WVV Energie

Der Schwerpunkt liegt also auf der Beratung. Dabei machen die drei Wärmeexperten mitunter die Erfahrung, dass es gegenüber Wärmepumpen eher diffuse Vorbehalte und Mythen gibt: dass sie zu laut seien, zu teuer und für ältere Häuser sowieso nicht geeignet. Oftmals stellt sich aber im Beratungsprozess heraus, dass der Einbau einer Wärmepumpe auch bei Häusern möglich und sinnvoll ist, bei denen sich das angeblich nicht lohnt. „Man muss halt auch die technologischen und regulativen Entwicklungen der vergangenen Jahre berücksichtigen“, gibt Experte Fröhlich zu bedenken. „Die Pumpen selbst sind leiser, effizienter und auch im Betrieb günstiger geworden – zum Beispiel durch verminderte Netzentgelte. Gleichzeitig wird das Heizen mit fossilen Brennstoffen durch die steigende CO2-Abgabe immer teurer werden. Das macht sich dann schnell im Geldbeutel bemerkbar. Insofern führt aus meiner Sicht nichts an der Wärmepumpe vorbei. Sie ist einfach die zukunftsfähigste Lösung.“ Natürlich haben auch Christian Fröhlich und seine Kollegen in der Beratungssituation mit der allgemeinen Unsicherheit zu kämpfen, die durch unklare politische Vorgaben derzeit bestehen. „Diese Unsicherheit können wir unseren Kunden nicht vollständig nehmen. Aber unser Ziel ist es, sie durch transparente und ehrliche Beratung zumindest zu reduzieren und Akzeptanz für zeitgemäße Lösungen zu schaffen.“

Zu einer ehrlichen Beratung gehört zum Beispiel, dass man der Kundschaft nicht die Kosten für den richtigen Hausanschlusskasten verschweigt, die bei mehreren tausend Euro liegen können und bei manchen Anbietern schlichtweg nicht im Angebot aufgeführt sind. „Da fällt dann der Hausbesitzer aus allen Wolken, wenn der Netzbetreiber anrückt, um die Anlage in Betrieb zu nehmen, und man ihn darauf hinweist, dass der bestehende Anschlusskasten nicht konform ist und erst noch mal ein Elektroinstallateur tätig werden muss“, erläutert Christian Fröhlich. „Das gibt es bei uns nicht. Und ehrliche Beratung bedeutet natürlich auch, dass wir in den eher seltenen Fällen, in denen eine Wärmepumpe tatsächlich nicht die zielführende Lösung ist, das offen sagen. Mit dieser klaren Haltung werden wir im Markt punkten ,“ ist Christian Fröhlich überzeugt.

Realisierte WVV-Wärmepumpe  in einem 8-Parteienhaus
Realisierte WVV-Wärmepumpe in einem 8-Parteienhaus. // Foto: WVV

Die richtigen Ansprechpartner auf allen Ebenen

Dazu gilt es, das neuartige Angebot der WVV erst mal richtig bekannt zu machen. Das fängt schon im eigenen Hause an, wo man den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Konzernbereichen jüngst die neue Abteilung und ihre Aufgaben im Rahmen des Programms „Lunch & Learn“ vorstellen konnte. Diese interne Veranstaltung ist ebenfalls ein neues Format, das dazu dient, den Mitarbeitenden der WVV den Blick über den Tellerrand des eigenen Tätigkeitsfeldes zu ermöglichen. Und zweifellos liegt noch viel Arbeit im Marketing vor Christian Fröhlich und seinen beiden Mitstreitern, bis das Ziel erreicht ist, das er so umschreibt: „Wenn in Würzburg jemand an das Thema Wärmewende denkt, soll er oder sie automatisch an die WVV denken! Und zwar nicht nur im großen Zusammenhang der kommunalen Wärmeplanung. Vielmehr soll klar sein, dass wir auf allen Ebenen kompetente Ansprechpartner sind und für jeden die richtige Lösung bei der Wärmeversorgung bieten können.“
Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Und wer sich eingehender für das neue Beratungsangebot der WVV interessiert, findet weitere Informationen hier.

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