In einer Hand voll Kompost finden sich so viele Lebewesen wie es Menschen auf der Erde gibt. Sie wirken alle zusammen und erkennen, was der Boden braucht. Ist er sehr sandig und hält Wasser und Nährstoffe nicht, dann verbessert Kompost deren Haltefähigkeit. Ist der Boden aber sehr schwer, dicht und lehmig, dann lockert Kompost den Boden. Kompost heilt sogar mit Sprengstoffen und Ölen verseuchte Böden. Wie er das macht, ist sein Geheimnis. In Ackerböden gleicht Kompost den Humusabbau aus und baut dessen Gehalt darüber hinaus noch weiter auf. Dies ist wichtig, denn Humus beeinflusst das Boden-, Pflanzen- und Tierleben sowie das Klima. Die sogenannten Ton-Humus-Komplexe im Kompost und Boden bilden eine Art Schwamm mit vielen Poren. Die Böden können besser CO2, Wasser und Nährstoffe speichern. Humus ist ein großer Wasserspeicher. Sogar Schadstoffe werden in den Komplexen eingeschlossen und somit aus dem Grundwasser ferngehalten. Darüber hinaus werden kleinste Humusteilchen in die Luft getragen und dienen dort als Kondensationspunkte für Regentropfen und beeinflussen das regionale Kleinklima. Durch all seine Eigenschaften und Lebewesen ist Kompost sehr schlau!
Das Qualitätsversprechen der WVV
An ihren beiden Standorten, dem Kompostwerk Würzburg und der Kompostierungsanlage des Landkreises in Oberpleichfeld, erzeugt die Kompostwerk Würzburg GmbH zwei Kompostsorten für die Landwirtschaft: Eine nährstoffreiche aus dem Inhalt der Biotonne (Biogutkompost) und eine aus Garten- und Parkabfall (Grüngutkompost). Beide sind von ihrer Qualität so hochwertig, dass sie die extrem strengen Anforderungen der großen Ökoverbände wie z. B. Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter erfüllen und die heimische Landwirtschaft mit nachhaltigen Einsatzstoffen versorgen. Das Qualitätsversprechen gilt gerade auch im Hinblick auf die Fremdstoffe. Sogar der Einsatz in bestimmten Wasserschutzgebieten ist mit diesen Komposten möglich.
Immer mehr Betriebe aus der ökologischen Landwirtschaft fragen diese RAL-gütegesicherten Komposte nach. Sie halten Kriterien ein, die über die strenge Bioabfallverordnung hinaus gehen. In Würzburg werden vom Landwirtschaftskompost aus der Biotonne bis zu 45 % im ökologischen Landbau eingesetzt und vom Kompost aus Grüngut mindestens 70 %. In Oberpleichfeld wird nur Grüngutkompost produziert. Hier gehen mindestens 90 % an Biobetriebe.
So wird aus biologischen Abfällen fremdstoffarmer Kompost
Wie gelingt es, dass sogar der Kompost aus dem Inhalt der Biotonne so wenige Fremdstoffe enthält? Das Verfahren zur Bearbeitung der Biotonne ist eine sogenannte Biomassetrocknung mit anschließender Kompostierung. Kompostiert wird in großen Tunneln. Schon zu Beginn wird durch das Trocknen und Sieben ein Großteil der Fremdstoffe herausgeholt. Im weiteren Verlauf werden zwei weitere Siebfraktionen gebildet und noch mehr Fremdstoffe sowie holziges Material abgetrennt. Nur die feine Fraktion wird zu Kompost. Mit diesem Verfahren wird hochwertiger Kompost und Biomasse-Brennstoff produziert.
Es ist ein ökologisch sinnvolles Verfahren, das gleichzeitig zu einer sehr guten und sehr fremdstoffarmen Kompostqualität führt, die mit ihrem hohen Humusgehalt Böden, das Grundwasser und somit auch das Klima schützt. Möglichst geringe Fremdstoffgehalte sind die Voraussetzung für einen nachhaltigen Einsatz von Komposten in der Landwirtschaft und damit für den ökologischen Ressourcen- und Bodenschutz. Die Kompostwerk Würzburg GmbH leistet mit ihren ausgereiften Verfahren und jahrzehntelanger Erfahrung bei der Umwandlung biologischer Abfälle leistungsfähige und besonders reine Komposte einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg zu einer regional verankerten, klimaneutralen Landwirtschaft.