Mit Silber prämiert: WVV Energie wird beim Umweltmanagement-Preis ausgezeichnet

Die WVV Energie hat in diesem Jahr am vom Bundesumweltministerium initiierten Umweltmanagement-Preis 2025 teilgenommen und konnte dort in der Gruppe der „Pioniere“ den zweiten Platz für sich verbuchen.

In der Gruppe der „Pioniere“ dürfen die Unternehmen teilnehmen, die bereits seit 1995 bis 2007 eine EMAS-Zertifizierung vorweisen können. Voraussetzung für die Bewerbung am Umweltmanagement-Preis ist grundsätzlich eine Eintragung im EMAS-Register. Zudem muss die eingereichte Maßnahme bereits umgesetzt und quantitativ oder qualitativ bewertet sein. Die Stadtwerke Würzburg AG reichte dazu die Modernisierungsmaßnahme des Heizkraftwerks von 2019 bis 2024 für den Wettbewerb ein. Im Jahr 1954 als Kohlekraftwerk errichtet, spielt das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke heute, nach 70 Jahren, mehr denn je eine elementare Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität in Würzburg. Vorwiegend betreut wurde die Teilnahme am Wettbewerb von den Umweltingenieuren Florian Dörner und Simon Hörner, von Anfang an erfolgte Unterstützung durch die Abteilung Managementsysteme.

Grafik mit Trophäe und Aufschrift "Umweltmanagementpreis 2025"

Die Maßnahme ist integraler Bestandteil der Umwelt- und Energiepolitik der WVV: Energieeffizienz steigern, Emissionen senken und Ressourcen schonen – und ermöglicht zugleich strategische Flexibilität im Zuge gesetzlicher Neuerungen wie dem Wärmeplanungsgesetz. Der Rückgang des Wärmeeintrags in den Main stärkt den lokalen Umweltschutz, während die Ausschöpfung des verfahrenstechnisch möglichen Anteils grüner Wärme das Fernwärmesystem auf zukünftige Anforderungen vorbereitet und zur nachhaltigen Energieerzeugung beiträgt. Die Maßnahme wurde als Umweltziel in der EMAS-Umwelterklärung 2019 verankert und mit der behördlichen Abnahme 2024 offiziell abgeschlossen.

Die Platzierung beim Umweltmanagement-Preis 2025 macht uns stolz und bestätigt: Unsere Maßnahmen leisten einen nachweisbaren Beitrag zur Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und zeigen, wie technische Innovation und ökologische Verantwortung im kommunalen Versorgungsauftrag zusammengeführt werden.

Armin Lewetz, Vorstand der Stadtwerke Würzburg AG
Das Würzburger Heizkraftwerk an der Friedensbrücke aus der Vogelperspektive
Das Würzburger Heizkraftwerk an der Friedensbrücke aus der Vogelperspektive. // Foto: Rolf Nachbar

Durch Integration einer Entnahme-Gegendruck-Turbine und eines Wärmespeichers wurde der Betrieb von der Grundlastführung zur markt- und netzdienlicheren Betriebsweise flexibilisiert. Die Maßnahme entkoppelt Strom- und Wärmeerzeugung zeitlich und ermöglicht eine gezielte Lastverteilung zwischen Heizkraftwerk (HKW) und Müllheizkraftwerk (MHKW). In der Heizperiode wird Abdampf nun weitgehend in das Fernwärmenetz eingespeist, statt über Flusswasserkühlung abgeführt; der thermische Eintrag in den Main sinkt deutlich. Zugleich erlaubt die neue Systemstruktur eine vollständige Ausschöpfung des verfahrenstechnisch möglichen regenerativen Potenzials im MHKW: Grüne Wärme wird im Sinne des Wärmeplanungsgesetzes bereits heute maximal integriert. Die Maßnahme orientiert sich an EMAS-Zielen und wurde ohne Unterbrechung des Kraftwerksbetriebs umgesetzt – ein komplexes Umbauprojekt mit messbarem Nutzen für Umwelt, Versorgungssicherheit und kommunale Wärmeplanung. Diese Optimierung der Prozesse in den letzten 20 Jahren führte zu einer Steigerung des Nutzungsgrades von rund 55 % auf 75 % und einer Reduzierung der CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um rund 70 %.

Als EMAS-zertifizierter Standort seit 2007 verfolgt die WVV ihre Umweltziele kontinuierlich und nachvollziehbar. Die aktuelle Maßnahme fügt sich in diesen Rahmen ein und zeigt, wie aus einem einzelnen Kraftwerksstandort heraus das gesamte lokale Netz positiv beeinflusst werden kann.

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