Den Informationsbedürfnissen der „Neuankömmlinge“ gerecht zu werden und diese zügig, aber auch gewissenhaft und mit dem nötigen Einfühlungsvermögen in das Unternehmen zu integrieren, ist natürlich in einem Konzern mit komplexen Strukturen schwieriger als etwa in einem kleinen Handwerksbetrieb mit 15 Beschäftigten. Aber vom Handwerksbetrieb bis zum Großkonzern gilt gleichermaßen: Eine wertschätzende Willkommenskultur ist wichtig, damit sich neue Mitarbeitende im Unternehmen wohlfühlen und ihm idealerweise langfristig erhalten bleiben.
Deshalb unternimmt auch die WVV viel, um eine solche Willkommenskultur zu gewährleisten. Ein markantes Beispiel dafür ist der „Welcome Day“, der viermal im Jahr durchgeführt wird. „Zu den Willkommenstagen laden wir alle Personen ein, die innerhalb des laufenden Quartals eingestellt wurden“, erläutert Jens Deichmann, der in der Personalabteilung der WVV gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas König für die Veranstaltungsreihe zuständig verantwortlich ist.
„Es geht uns darum, die neuen Kolleginnen und Kollegen über die rein fachliche Einarbeitung in ihrem Arbeitsbereich hinaus mit dem Konzern vertraut zu machen.“
Thomas König
Dies geschieht im Rahmen eines halbtägigen Programms mit einer Mischung aus Vorträgen und interaktiven Formaten. Zu Beginn begrüßt stets ein Mitglied der Geschäftsführung die Neueinsteiger/innen – was den besonderen Stellenwert unterstreicht, den auch die Konzernspitze einer wertschätzenden Unternehmenskultur beimisst. Anschließend erhalten die Teilnehmenden Informationen zu wichtigen Themenfeldern und Institutionen des Konzerns. So wird zum Beispiel das gesamte Unternehmen in einer Präsentation vorgestellt. Es gibt Fachvorträge zu Themen wie Arbeitsschutz und Wegeunfälle, den Sozialleistungen und freiwilligen Arbeitgeberleistungen im Konzern sowie der Compliance – also zu den rechtlichen Vorschriften, internen Richtlinien und ethischen Standards, die im Unternehmen gelten. Auch eine kurze Einführung in die Energiegeschichte gehört zum Programm. Zudem stellen sich der Konzernbetriebsrat und die Personalabteilung als wichtige Ansprechpartner für die Belange der Beschäftigten vor. Ein kleines Willkommensgeschenk für alle „Neuen“ gehört ebenfalls dazu.
Das Gefühl für das „große Ganze“ fördern
Eine zentrale Zielsetzung des Willkommenstages ist auch, die Gelegenheit zu dem zu geben, was man neudeutsch „Networking“ nennt: „Wir sind ja bei der WVV sozusagen ein recht großer Haufen, der verschiedenste Branchen und Tätigkeitsfelder umfasst“, betont Jens Deichmann. „Das reicht von der Energie- und Trinkwasserversorgung über den Nahverkehr, die Parkraumbewirtschaftung und die Abfallbehandlung bis hin zum Betrieb der Häfen und Bäder. Da ist es nicht einfach, auch mal die Kollegin oder den Kollegen aus einem ganz anderen Arbeitsbereich kennenzulernen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, was den Konzern als Ganzes ausmacht. Genau das wollen wir durch den Willkommenstag gezielt fördern.“ Man will also dem „Silodenken“ und der „Grüppchenbildung“ vorbeugen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass alle Beschäftigten der WVV gewissermaßen „in einem Boot sitzen“. Das beginnt schon bei der Gestaltung des Tagungsraums, in dem optisches Element immer eine sogenannte Beachflag mit dem WVV-Motto „100 % Teamwork“ steht. Eine wichtige Rolle spielen auch die in den Tagesablauf eingebauten „Netzwerkspiele“ – zum Beispiel die Vorstellungsrunde: Dabei muss man zunächst die Personen ausfindig machen, die in der gleichen Konzerngesellschaft tätig sind wie man selbst. Mit einer Person tauscht man sich dann eine Zeit lang aus, um genug über sie zu erfahren, damit man sie anschließend in der großen Gruppe den übrigen Teilnehmenden vorstellen kann. Das Mindeste, was man jeweils in Erfahrung bringen muss, ist der Name, der Aufgabenbereich und wer ein Kindheitsheld oder eine Kindheitsheldin war. „Mit diesem Verfahren setzen wir bewusst im ersten Schritt auf eine Grüppchenbildung entlang der Zugehörigkeit zu den Konzerngesellschaften, um dann aber in der anschließenden Moderation deutlich zu machen, dass genau dies bei der WVV nicht gewünscht ist, sondern wir ein gesellschafts- und abteilungsübergreifendes Denken und Handeln anstreben“, erläutert Personalexperte Deichmann. „Gerade auch die Frage nach den Vorbildern aus der Kindheit sorgt für eine lockere Atmosphäre mit vielen Lachern. Nicht selten kommen dabei auch verblüffende Gemeinsamkeiten zum Vorschein.“ Denn so viel darf hier verraten werden, ohne indiskret zu sein: Überproportional oft werden an dieser Stelle Familienmitglieder wie Vater, Mutter, Oma oder Opa genannt – sowie berühmte Sportler. Aber auch ein Physikprofessor an der Uni wurde schon als „Kindheitsheld“ benannt.
Überblick verschaffen, Berührungsängste abbauen, Kontakte knüpfen
Das Konzept geht offenkundig auf, wie Julian Langer bestätigt. Im Januar 2026 ist der gelernte Heizungs- und Lüftungsbauer, der viel Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien mitbringt, als Vertriebsberater im Bereich „Wärmelösungen“ zur WVV gestoßen. Sein Fazit zum Welcome Day im März: „Ich fand die gesamte Veranstaltung sehr gelungen und sehr gut aufgezogen. Man bekam einen guten Überblick über die aufgebauten Strukturen des Konzerns, was ja gerade für Neulinge sehr interessant und wichtig ist “, lobt er. „Die Spiele waren ebenfalls top, um sich untereinander kennenzulernen und mögliche Berührungsängste zu verlieren. Besonders spannend fand ich außerdem den Beitrag zur Energiegeschichte, weil es dort auch um das Thema erneuerbare Energien ging und sehr gut rübergebracht wurde, dass diesen definitiv die Zukunft gehört.“ Auch das Ziel der Veranstaltung, die Teilnehmenden zum „Blick über den Tellerrand“ des eigenen Aufgabenbereichs hinaus sowie zum abteilungsübergreifenden Networking zu ermutigen, findet Julian Langer prinzipiell sehr wichtig. Wobei er realistisch bleibt: „Als neuer Mitarbeiter schaut man natürlich erst mal gezielt, mit welchen Unternehmensbereichen und mit wem man künftig schwerpunktmäßig zu tun haben wird, und knüpft bevorzugt Kontakte in diese Richtung.“
Spätestens das gemeinsame Mittagessen, das den Welcome Day stets abrundet, bietet aber eine gute Gelegenheit, auch Kolleginnen und Kollegen aus eher „entfernten Bereichen“ kennenzulernen. „Da sitzt dann vielleicht jemand aus dem Bäderbereich neben jemandem aus dem Heizkraftwerk“, berichtet Personalreferent Jens Deichmann. Und wer weiß: Vielleicht stellt sich ja im Gespräch heraus, dass der Bademeister im örtlichen Freibad auch zu den „Kindheitshelden“ des Mitarbeiters aus dem Kraftwerk zählte? Jedenfalls dürfte der Welcome Day ein weiterer bedeutsamer Baustein sein, um das heute mehr denn je für den Erfolg eines Unternehmens ausschlaggebende „Wir-Gefühl“ zu fördern. So sieht das auch der Personalexperte Jens Deichmann: „Das sogenannte Onboarding, also der strukturierte Prozess der Einarbeitung und Eingliederung neuer Mitarbeitender in unser Unternehmen, erfolgt natürlich überwiegend in der jeweiligen Fachabteilung“, stellt er klar. „Aber die Welcome Days sind ein zusätzliches Element, um den neuen Kolleginnen und Kollegen zu vermitteln, dass sie bei uns nicht nur herzlich willkommen sind, sondern eben auch zu einem großen Ganzen gehören – und nicht nur zu einer Betriebseinheit. Wir möchten den Teilnehmenden ein Gefühl dafür mitgeben, wie vielfältig der Konzern ist, und dass wir aber alle an einem Strang ziehen und gemeinsam unseren Beitrag zur Daseinsvorsorge leisten – egal ob als Elektroingenieur oder Saunamitarbeiter, ob Geschäftsführerin oder Straßenbahnfahrerin.“
„Das Boot ist voll“? – Nicht bei der WVV!
So viel Mühe beim „Willkommen heißen“ neuer Mitarbeitender gibt sich gewiss nicht jedes Unternehmen – ein weiterer Pluspunkt, der für die WVV als Arbeitgeber spricht. „Neuling“ Julian Langer jedenfalls hat es bislang nicht bereut, zur WVV gekommen zu sein. „Wenn man von einem kleinen Handwerksbetrieb in einen solchen großen Konzern wechselt, ist das natürlich eine enorme Umstellung“, bekennt er. „Da muss man sich erst mal peu à peu mit den verschiedenen Abläufen und Strukturen vertraut machen. Aber ich habe das gute Gefühl, dass man damit bei der WVV nicht allein gelassen wird. Man kann hier jedem viele Fragen stellen und bekommt hilfreiche Antworten. Das macht es relativ einfach, in die ganze Geschichte reinzukommen. “
Wer nun Lust bekommen hat, ebenfalls bei der WVV einzusteigen, findet alle nötigen Informationen hier.