Gemeinschaftsprojekt mit Fahrgästen bringt Verbesserungen auf vielen Buslinien

Die WVV-Fahrplanwerkstatt hat in den letzten Monaten ordentlich Fahrt aufgenommen. Im engen Austausch mit Würzburger ÖPNV-Nutzer/innen wurden unter anderem die Buslinien 13, 10 und 29 umfassend überarbeitet. Schon ab 16. September gelten die neuen, rundum optimierten Fahrpläne & Fahrwege.

Wenn Profis die Köpfe zusammenstecken, sind gute Ergebnisse praktisch vorprogrammiert. Bestes Beispiel ist die WVV-Fahrplanwerkstatt. Hier arbeitet Verkehrsplaner Dirk Münch und sein Team mit all denjenigen zusammen, die tagtäglich im ÖPNV unterwegs sind: vom Schulkind bis zum Studierenden, von der Berufspendlerin bis zum Rentner.

Gemeinsam mit Würzburger Bürgerinnen und Bürgern sowie Studierenden wurden viele Buslinien im Rahmen der WVV-Fahrplanwerkstatt optimiert. Foto: WVV

Die Idee, Fahrgäste direkt in die Planung von Linienführungen und Fahrplänen einzubeziehen, ist noch relativ frisch. Umso begeisterter zeigt sich Dirk Münch, wie viele Ideen seit Projektstart im Frühjahr 2025 vonseiten der Bürger/innen eingebracht wurden. „Unsere Fahrplanwerkstatt ist schon jetzt ein voller Erfolg. Wir haben unglaublich viel Feedback erhalten; Anregungen, konstruktive Vorschläge – aber auch Ansätze, die wir bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatten.“ Allein für die Überarbeitung der Buslinie 13 seien mehr als 200 Rückmeldungen im WVV-Postfach gelandet, so der Verkehrsplaner weiter.

Das Dürrbachtal im Würzburg-Takt

Was 2021 mit BUSNETZ+ in Versbach und Lindleinsmühle sowie 2023 mit dem Straba-City-Takt begann, setzt sich jetzt Zug und Zug – oder in diesem Fall Bus um Bus – fort. Ab Mitte September fährt auch die Linie 13 im Würzburg-Takt. Generell umfasst dieser

  • aufeinander abgestimmte, garantierte Anschlüsse an Knotenpunkte wie den Hauptbahnhof oder die Juliuspromenade
  • einheitliche Abfahrtszeiten & Fahrwege
  • einen leicht zu merkenden Takt, unabhängig von Wochentag und Tageszeit
Vollen Takt voraus! Ganz Würzburg wird Zug um Zug im Würzburg-Takt fahren. Auch das Dürrbachtal ist nun Teil davon.  Foto: WVV

Für das Dürrbachtal heißt das zum Beispiel, dass werktags zwischen 05:00 und 20:00 Uhr alle 30 Minuten ein Bus fährt, wochenends und abends alle 60 Minuten. Nachtschwärmer/innen wiederum werden sich über die erweiterten Nachtfahrzeiten freuen: Die Linie 13 ist künftig werktags bis ca. 01:00 Uhr und sonntags bis 00:30 Uhr unterwegs.

Hinzu kommen optimierte Anbindungen an Strabas sowie andere Buslinien – wovon unter anderem Schüler/innen stark profitieren. Insgesamt fährt die Linie 13 ab 16. September rund 46.000 zusätzliche Kilometer pro Jahr, also mehr als einmal um die Welt. Zu verdanken, so Fahrplan-Experte Dirk Münch, seien diese und weitere Fortschritte zu einem Großteil dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Dürrbachtal. „Wir standen im direkten Austausch mit dem Quartiersmanagement, aber ebenso mit Eltern von Schüler/innen, Elternbeiräten und sogar einem Schüler direkt“, freut sich der Mitarbeiter der Würzburger Straßenbahn.

Ein Stadtteil wächst – und der ÖPNV wächst mit

Auch beim zweiten großen Projekt der WVV-Fahrplanwerkstatt – der Überarbeitung der wichtigen Hubland- und Campuslinien – führte die enge Zusammenarbeit mit den Fahrgästen zu deutlichen Mehrwerten. Wie bei der Linie 13 gilt hier ab 16. September ebenfalls der Würzburg-Takt mit all seinen Vorteilen. Bewohner/innen des neu entwickelten Stadtteils gelangen nun etwa dank der Durchbindung der Linien 10 und 29 ohne Umstieg direkt ins Frauenland und an den Sanderring bzw. zum Hubland und an den Hauptbahnhof. Was vor allem Eltern und Pendler/innen entgegenkommt, sind die drei zusätzlichen Fahrten der Linie 10 in den Morgenstunden. Auf der Linie 29 fährt zu den Stoßzeiten von 07:00 bis 08:00 Uhr sowie zwischen 16:00 und 18:00 sogar alle 15 Minuten ein Bus.

Mehr Fahrten, Direktverbindung zum Sanderring und Hauptbahnhof, leichtere Merkbarkeit – davon profitieren Anwohner/innen und Studierende am Hubland. Foto: WVV

Studieren und profitieren

„Immer mehr Menschen wohnen und leben am Hubland, da muss sich der ÖPNV natürlich mitentwickeln – zumal ja noch rund 18.000 Studierende hinzukommen“, betont Verkehrsplaner Dirk Münch. Genau deshalb hat man bei der WVV-Fahrplanwerkstatt gezielt den Kontakt mit der Studierendenvertretung gesucht. Ergebnis dieser langfristig angelegten Kooperation: Im Rahmen des neuen „Campus-Fahrplans“ wurde bei der Linie 10 nicht nur eine neue, einfachere Linienführung am Campusgelände Nord geschaffen; auch die Fahrzeiten hat man gezielt an die Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek angepasst – sowohl während des Semesters wie zur Ferienzeit. „Natürlich sind dies nur einige Beispiele für die weitreichenden Verbesserungsmaßnahmen. Auf den Linien 6, 114 und 214 ist gleichermaßen viel passiert“, unterstreicht Dirk Münch. Alle Verbesserungen für die Studierenden gibt es zusammengefasst unter wvv.de/campus

In Ruhe studieren und länger lernen: Die ÖPNV-Fahrzeiten sind nun an die Öffnungszeiten der Uni-Bibliothek angepasst.  Foto: WVV

Und die Reise geht weiter …

… denn noch zahlreiche weitere Fahrpläne sollen gemeinsam mit den Fahrgästen und allen, die es noch werden wollen, in der WVV-Fahrplanwerkstatt durchleuchtet und optimiert werden. Dirk Münch: „Wir laden jetzt schon alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich daran zu beteiligen, wenn es soweit ist. Hier zählt wirklich jede Stimme!“

Mehr Infos gibt es auch auf wvv.de/fahrplanwerkstatt sowie auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook & Instagram).

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