Wer zur WVV kommt, der kann was erleben!

Ein Dienstagmittag Anfang September in der Nähe von Rappershausen: 37 junge Frauen und Männer fahren mit ihren Rädern zwischen aufgestellten Stangen Slalom, überwinden unter Anleitung eines Trainers die verschiedenen Hindernisse eines Fahrradparcours, brausen anschließend über die „Trails“ genannten engen Pfade einer Mountainbike-Strecke. Was von weitem aussieht wie eine Trainingseinheit für den Frankencup der Radsportvereine, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als etwas ganz anderes: Teambuilding für die Lokalhelden von morgen. Denn das Aufwärmtraining ist der Auftakt der Kennenlernfahrt für die Auszubildenden der WVV, die in wenigen Jahren Mitverantwortung für die Versorgungssicherheit in der Region haben werden. Schon seit etwa 20 Jahren ist diese Fahrt ein fester Bestandteil des Einführungsprogramms für die neuen Azubis – und auch diesmal wieder waren die drei gewerblichen Ausbilder, die diese Komponente seinerzeit ins Leben gerufen haben, als Aufsichtspersonen der WVV mit dabei.

Kulturgeschichte auf dem Fahrradsattel erschlossen

Schon am Morgen war die gesamte Truppe in vier Gruppen eingeteilt worden, die sich tags darauf als „rasende Zweirad-Reporter“ zu vier verschiedenen Zielorten begaben. Dort wartete eine besondere Aufgabe: Jedes Team lernte das Reiseziel im Rahmen einer Führung näher kennen und sollte die eigenen Eindrücke aus der Besichtigung für die jeweils anderen Gruppen in Form einer kurzen Präsentation aufbereiten.

Je nach sportlicher Leistungsfähigkeit radelte man also am Mittwoch zu einem mehr oder minder weit entfernten Besichtigungsort: Team 1 gelangte nach 10 Kilometern zum Deutsch-deutschen Freilandmuseum bei Behrungen, wo es nicht nur einen alten Kontrollturm aus den Zeiten des „Eisernen Vorhangs“ vor der Wiedervereinigung zu sehen gibt, sondern man sich auch ausführlich über den Grenzverlauf und über das Leben in der damaligen „DDR“ informieren kann. Ganz anders geartet war der Besuch der zweiten Gruppe auf einem gut 18 Kilometer entfernt gelegenen Biobauernhof. Dort machte der Seniorchef persönlich mit den Produktionsweisen und Erzeugnissen seines landwirtschaftlichen Betriebs bekannt. Volle 30 Kilometer waren es für Team 3 bis nach Bad Königshofen. Hier im sogenannten „Grabfeld“, in dem über Jahrhunderte hinweg politische Grenzlinien verliefen, widmet sich das „Museum für Grenzgänger“ dem Leben mit und an der Grenze. Die Ausstellung vermittelt anhand der Erfahrungen einzelner Personen, der „Grenzgänger“, anschaulich kulturgeschichtliches Wissen zu Themen wie dem Geldverkehr im 19. Jahrhundert, dem grenzüberschreitenden Handel, dem Schmuggel, aber auch der „Republikflucht“ in den Zeiten der „DDR“. Das sportlich anspruchsvollste Ziel schließlich hatte die vierte Gruppe mit dem 35 Kilometer entfernt gelegenen Heimatmuseum Salzhaus in Mellrichstadt. Dort konnten die Besucher zum Beispiel im originalgetreu ausgestatteten Klassenzimmer von 1930 in einer für sie inszenierten Schulstunde „Unterricht beim Dorfschulmeister“ erleben. Da hieß es dann schon mal: „Ruhe, wenn der Lehrer spricht!“ Nach der Rückkehr von dem anstrengenden Ausflugsprogramm mit vielen interessanten Eindrücken durfte man schließlich zufrieden „aus dem Sattel steigen“ und hatte sich die abendliche Grillparty redlich verdient.

Ziel erreicht – Zusammenhalt gestärkt

Am nächsten Tag konnten die „Stahlrösser“ dann erstmals im Stall bleiben: Zunächst hielt der Geschäftsführer der Mainfranken Netze GmbH (MFN), Jürgen Söbbing, einen nach Ansicht der Zuhörer gleichermaßen verständlich wie spannend gestalteten Vortrag über die Aufgaben der MFN als Netzbetreiber, den Energiemarkt im Allgemeinen sowie auch über seinen eigenen Werdegang in der Energiebranche. Danach stand die Ausarbeitung der Präsentationen zu den Ausflugszielen des Vortags auf der Tagesordnung. Denn diese Präsentationen bildeten am Freitagvormittag den inhaltlichen Abschluss der viertägigen Kennenlernfahrt: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten auf diese Weise mit einem guten Überblick zu den verschiedenen Zielorten der Fahrradtouren die Rückreise nach Würzburg antreten.

Durch die gemischten Gruppen, in denen gleichermaßen gewerbliche und kaufmännische Azubis vertreten waren, konnte man sich auch mal über die verschiedenen Ausbildungsbereiche hinweg kennenlernen.“

Sonja, angehende Industriekauffrau

Das kulturgeschichtliche Ausflugsprogramm und die ausgedehnten Fahrradtouren dienten letztlich einer übergeordneten Zielsetzung, die durch weitere Aktivitäten konsequent unterstützt wurde. Ob Grillparty, Minigolfturnier oder Tischtennis, ob „Auspowern“ in der Turnhalle oder gemütliches Kartenspiel: Es ging darum, den Austausch unter den Azubis anzuregen, um den Zusammenhalt – neudeutsch: das Teambuilding – zu fördern. Und dies scheint gelungen zu sein. Sonja zum Beispiel, angehende Industriekauffrau im zweiten Lehrjahr, findet: „Durch die gemischten Gruppen, in denen gleichermaßen gewerbliche und kaufmännische Azubis vertreten waren, konnte man sich auch mal über die verschiedenen Ausbildungsbereiche hinweg kennenlernen.“ Außerdem sei es für die Gruppenbildung förderlich gewesen, dass man ohne Zeitdruck längeren Kontakt mit anderen Azubis haben konnte. Und manchmal wird das Teambuilding sogar durch völlig unbeabsichtigte Ereignisse besonders stark gefördert: „Wegen eines Funklochs bei der Unterkunft hatte niemand Handyempfang“, erzählt Niklas, ebenfalls Industriekaufmann im zweiten Lehrjahr. Und er gibt augenzwinkernd zu: „Das war anfangs ziemlich irritierend, hat sich letzten Endes aber positiv auf die Gruppendynamik ausgewirkt. Man hat sich dadurch viel mehr unterhalten.“

Rallye durch die WVV

Doch was wäre ein Einführungsprogramm für den neuen Jahrgang der Auszubildenden, wenn diese dabei nicht auch mit der WVV selbst bekannt gemacht würden? Folglich hatten die 20 „Neuen“ schon in der Woche vor der Kennenlernfahrt ausgiebig Gelegenheit erhalten, ihren neuen Arbeitgeber im Rahmen der Einführungstage zu erleben und zu erkunden. Dabei spielten Auszubildende der beiden vorangegangenen Ausbildungsjahre eine wesentliche Rolle: Sie begannen bereits sechs Wochen vorher damit, die Einführungswoche – weitestgehend in Eigenregie – inhaltlich und organisatorisch vorzubereiten und engagierten sich auch in hohem Maße bei der Durchführung. Auf diese Weise entstand ein buntes Programm mit zahlreichen Begegnungen, Besichtigungen und Vorträgen: Führungskräfte des Unternehmens wie beispielsweise der kaufmännische Vorstand Robert Konrad stellten sich den jungen Leuten ebenso vor wie die Ausbilderinnen und Ausbilder der WVV, die Azubis aus dem zweiten und dritten Lehrjahr sowie der Betriebsrat. Es gab einen Vortrag über die Immobilien und Häfen der WVV sowie ein Seminar, in dem theoretische und praktische Grundlagen des Lernens vermittelt wurden. Für die gewerblichen Auszubildenden standen neben den vielen gemeinsamen Aktivitäten mit den kaufmännischen Azubis auch umfassende Einweisungen in der Ausbildungswerkstatt der WVV auf dem Programm: Dort wurden sie von ihren Ausbildern zum Beispiel mit den internen Abläufen, den Werkzeugen und den Arbeitsschutzvorschriften vertraut gemacht.

Und schließlich startete man in kleinen, gemischten Gruppen zur „Betriebsrallye“ und weiteren Aktivitäten, um den WVV-Konzern zu erkunden: Vom neuen, hochmodernen Skyline-Hill-Center über den Straßenbahnbetriebshof und das Omnibusdepot bis zum Historischen Archiv reichten die Stationen durch die Abteilungen und Liegenschaften der WVV. Dabei hieß es: Fragen stellen, Informationen einholen, Eindrücke sammeln. Im Historischen Archiv zum Beispiel konnte man nicht nur alte Stromzähler und Fotos der ersten Straßenbeleuchtung in Würzburg entdecken, sondern auch diverse Haushaltsgeräte aus früheren Zeiten besichtigen.

Begeisterung nicht nur bei den Neuankömmlingen

Höhepunkt der „Betriebsrallye“ war aber für viele der jungen Teilnehmer die Besichtigung des Heizkraftwerks, in dem aktuell gerade ein neuer Energiespeicher entsteht und die Turbinen- und Kesselanlagen modernisiert werden – ein wichtiger Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz. „Es war schon sehr spannend, das Heizkraftwerk mal von innen zu sehen“, schwärmt zum Beispiel Leon, der wesentlich an der Planung und Organisation der Einführungstage beteiligt war.

Die WVV-Azubis im Heizkraftwerk mit dem Geschäftsführer der Erzeugung & Gewinnung Herr Lewetz, Foto: Leon Ramold

Insgesamt konnten die jungen Organisatoren der Einführungstage am Ende nicht nur stolz darauf sein, eine so vielseitige Veranstaltung weitgehend eigenverantwortlich auf die Beine gestellt zu haben. Auch der Spaß kam dabei nicht zu kurz. So zieht zum Beispiel Emilia, die sich als angehende Industriekauffrau im dritten Lehrjahr ebenfalls stark im Organisationsteam engagierte, ein rundum positives Fazit: „Es war einfach cool, die ganze Sache in der Gruppe eigenständig zu organisieren und dann mitzuerleben, dass alles richtig gut klappt.“

Für den Ausbildungsstart zum 01.09.2022 suchen wir übrigens noch für folgende Ausbildungsrichtungen Azubis:

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