60 Jahre WVV: So bleibt Würzburg auch in Zukunft in Bewegung

Bundesweit betrachtet hängt der Sektor Verkehr den gültigen nationalen Klimavorgaben deutlich hinterher. Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, muss folglich noch jede Menge passieren. Die gute Nachricht: In Würzburg ist im Vergleich zu ähnlich großen Kommunen schon Einiges im Gang und vieles deutlich weiter. Auch Dank der WVV.

Tatsächlich arbeiten verschiedene Tochterunternehmen des Konzerns an einem gemeinsamen Ziel: Den Menschen, die hier leben, die Möglichkeit zu geben, bequem, schnell und günstig von A nach B zu kommen – und zwar ressourcenschonend. Dafür gibt es nicht die eine Lösung. Aber viele verschiedene sinnvolle Ansätze. Einer davon reicht Jahrzehnte zurück.

Auf Bewährtes zurückgreifen

Wie die Energieerzeugung befindet sich auch der Verkehr in Deutschland in einem massiven Umbruch. Zugegeben – die Transformation ist noch nicht so weit fortgeschritten und so offensichtlich wie im Energiesektor. Aber in den letzten Jahren hat sich durchaus einiges getan. Beispiel Elektromobilität: Inzwischen fahren deutlich über eine Million rein elektrisch betriebene Autos auf deutschen Straßen.

Diese Zahl darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es für die Verkehrswende viel mehr als nur emissionsfreie Antriebe braucht. Denn ein Problem löst auch der sauberste Antrieb nicht: Weil es immer mehr Menschen in die großen Städte oder in deren unmittelbare Umgebung zieht, wird der Platz für die wachsende Zahl an Fahrzeugen knapp. Nicht nur zum Parken, sondern auch zum Fahren. In den Stoßzeiten kommt es schon heute in praktisch allen deutschen Großstädten zu langen, nervigen Staus. Auch in Würzburg.

WVV-Geschäftsführer Ralf Willrett verrät im Interview „Gemeinsam die Mobilität der Zukunft gestalten!“ seine Sicht auf die Mobilitätswende: „Wir dürfen nicht die Probleme aussitzen und mit uns rumschleppen, sondern müssen gemeinsam schauen, wie wir sie zügig lösen.“ // Foto: Michael Pogoda

130 Jahre und aktueller denn je

Wer diese Situation nüchtern analysiert, kommt üblicherweise schnell zu dem Schluss, dass es bequeme, günstige und zuverlässige Alternativen zum eigenen Auto braucht. Eine besonders attraktive gibt es in Würzburg schon seit mehr als 130 Jahren: die Straßenbahn. Ursprünglich dazu gebaut, um die Innenstadt von den Kutschen und dem damit verbundenen Pferdemist zu befreien, befördert sie heute täglich rund 110.000 Fahrgäste. Rein statistisch betrachtet fahren also fast 85 % der Würzburger Bevölkerung jeden Tag einmal Straßenbahn.

„Besonders viele Menschen nutzen die Linie 5“, verrät Bernd Karl, Geschäftsführer der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB). Die hier pendelnden Züge verbinden den Stadtteil Heuchelhof mit dem Würzburger Stadtzentrum. Bei der Planung des seinerzeit neuen Stadtteils legten die Verantwortlichen von Anfang an Wert auf die Straßenbahnanbindung. Eine Entscheidung, die sich heute als goldrichtig erweist und die als Beispiel dient. Aktuell plant die WSB die Hublandlinie. Sie soll von der Innenstadt – genauer von der Juliuspromenade zum neuen Stadtteil Hubland führen, in dem Wohnraum für etwa 5.000 Menschen entsteht. Gleichzeitig erschließt die neue Linie auch den Stadtteil Frauenland. Läuft alles wie vorgesehen, beginnen die Bauarbeiten 2027.

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Fahrscheine können jetzt direkt übers Smartphone gekauft sowie die Fahrplanauskunft in Echtzeit gecheckt werden. Ganz einfach in der WVVmobil-App. // Foto: WVV

Neue Züge für die Straßenbahn

Übrigens: Straßenbahnen überzeugen nicht nur im Energieverbrauch pro Kopf und Kilometer. Sie sind auch konstruktionsbedingt extrem energieeffizient. Die jüngsten Fahrzeuge der WSB vom Modell GT-N sind bereits seit 1996 im Einsatz und verrichten zuverlässig ihren Dienst, stoßen jedoch allmählich an die Verschleißgrenze. Deshalb werden diese Veteranen sukzessive ausgemustert und sollen durch neue Straßenbahnen des Modells GT-F ersetzt werden. Zwei der 18 bestellten Neufahrzeuge sind bereits geliefert und gehen voraussichtlich Ende dieses Jahres in den Probebetrieb. Sie sind barrierefrei zugänglich, können mehr Fahrgäste transportieren und bieten deutlich mehr Komfort – etwa Klimaanlagen und USB-Steckdosen. „Bis wir alle Fahrzeuge ausgetauscht haben, werden wohl noch mindestens zehn Jahre vergehen“, kündigt Bernd Karl an.

Eine Straßenbahn mit Aufschrift "WVV Energie - 100 % Würzburg" fährt über die Friedensbrücke in Würzburg, im Hintergrund ist das Heizkraftwerk zu sehen
Mobilitätswende und Energiewende auf einem Bild vereint. Das Heizkraftwerk stellt das Herzstück der Würzburger Wärmewende dar, während die Erneuerung der Straßenbahn-Flotte ein zentraler Baustein der Verkehrswende ist. // Foto: WVV

Grundpfeiler der lokalen Verkehrswende

Die Anschaffung der neuen modernen Triebwagen ist eine ausgesprochen gute Investition in die Zukunft. Denn Straßenbahnen erweisen sich als der zentrale Grundpfeiler der lokalen Verkehrswende. Zurecht. Schließlich bieten die bewährten Transportmittel viele Vorteile – auch gegenüber anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein ganz wichtiger Pluspunkt: Weil sie auf ihren eigenen Schienen fahren, sind sie praktisch unabhängig vom Verkehr auf der Straße und damit extrem fahrplantreu. Darüber hinaus bieten sie einen unerreichten Fahrkomfort. Aber obwohl die Straßenbahn dem Bus in vielen Bereichen überlegen ist, bleiben Busse bis auf Weiteres unverzichtbar. Denn nicht überall ist Platz genug, um die nötigen Gleise zu verlegen. Von den Kosten dafür einmal ganz abgesehen. Denn ein Schienennetz rechnet sich nur bei entsprechender Auslastung.

Mit dem Elektrobus durch Würzburg

Natürlich werden auch die Busse der WSB immer sauberer. 2020 wurden die ersten beiden Elektrobusse in den Linienverkehr des Stadtgebiets integriert. Seitdem sind in Würzburg viele weitere Elektrobusse dazu gekommen. Und die Erfahrungen fallen durchweg positiv aus. „Hier in Würzburg passen die Bedingungen für E-Busse“, freut sich Bernd Karl. Heißt: Aufgrund der Topografie und der Umlauflängen schaffen schon aktuelle E-Busse mit einer Akkufüllung einen ganzen Tag im Liniendienst ohne nachladen zu müssen. Aus technischer Sicht steht dem Umbau der Busflotte auf E-Antrieb also nichts im Weg.

Gleich ob Straßenbahn oder Bus – die Verkehrswende in Würzburg basiert auf einem leistungsfähigen ÖPNV. „Genau den wollen wir zu jeder Zeit bieten“, erklärt Bernd Karl und ergänzt: „Zudem möchten wir unseren Teil dazu beitragen, Würzburg noch lebenswerter zu gestalten. So gesehen verfolgen wir die gleichen Ziele wie die Stadt.“

Die volle Bandbreite! Jetzt in immer mehr Bussen und Strabas der WVV kostenlos mit WüFi surfen. Greta macht’s vor! // Foto: Sven Gehwald

Nutzen statt besitzen

Doch auch der beste ÖPNV kann den Individualverkehr nicht vollständig ersetzen. Was nicht unbedingt bedeutet, dass ein eigenes Auto her muss. Schließlich gibt in Würzburg eine ideale Ergänzung zum ÖPNV-Angebot: scouter. Das Partnerunternehmen der WVV bietet Carsharing an. Aktuell sind 92 Fahrzeuge in unterschiedlichen Größen an 47 Abholstationen verfügbar. Das Beste daran: Kundinnen und Kunden der WVV genießen attraktive Sonderkonditionen.
Besonders spannend wird das Thema Carsharing für all jene, die wenig fahren und einmal genau nachrechnen. Tatsächlich steht ein durchschnittliches Auto in Deutschland 95 % der Zeit ungenutzt herum. Und kostet trotzdem. Neben Steuer und Versicherung zahlen inzwischen viele vor allem in Städten auch für den Stellplatz. Unter dem Strich kommen da schnell 1.000 € pro Jahr zusammen. Ohne einen gefahrenen Kilometer – den Wertverlust noch nicht einkalkuliert. Bei knapp 700 € für das Deutschland-Ticket bleibt da reichlich Luft für die eine oder andere Fahrt im Carsharing-Auto. Zumal ja auch jeder gefahrene Kilometer im eigenen Auto zusätzlich kostet.

Eine Nummer kleiner

Und dann ist da ja noch die Frage: Muss es immer das Auto sein? Gerade im urbanen Bereich lassen sich viele Strecken mit anderen Verkehrsmitteln zurücklegen – und Dank elektrischer Unterstützung nicht selten schneller als mit dem Pkw. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist London. Einer aktuellen Studie zufolge hat das Fahrrad in der britischen Hauptstadt das Auto gemessen an der Zahl der Fahrten zahlenmäßig überholt.

Auch hierzulande sind die Drahtesel mit Hilfsantrieb auf dem Vormarsch: Ende 2024 waren rund 15 Millionen E-Bikes in Deutschland unterwegs. Dazu kommen knapp eine Million E-Scooter, die sich zusammengeklappt optimal in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen lassen und für die bequeme Überbrückung der letzten Meter dienen.

Die WVV Energie hat diesen Trend erkannt und fördert eine weitere Form der Elektromobilität, die vor allem in der Stadt sinnvoll ist: E-Roller. Zwei Modelle von namhaften Herstellern stehen in verschiedenen Varianten zur Wahl: Der emco Nova in klassischer Optik oder der stylische UNU Pro oder Move.

Ein weißer E-Roller, von dem ein Teil von einer Grauen Wand verdeckt wird, dahinter ein schwarzer E-Roller der Hintergrund ist grau
Top-Angebot für Energiekundinnen und -kunden: Für den Kauf eines E-Rollers gibt es satte Rabatte zwischen 199 und 500 €. Entdecken Sie hier die förderfähigen E-Roller-Modelle emco Nova und unu Scooter Move. // Foto: emco

Doch lieber ein Auto

Für viele wird – allen anderen Optionen zum Trotz – das eigene Auto bis auf Weiteres die einzig sinnvolle Alternative bleiben. Und daran ist nichts auszusetzen. Schon gar nicht, wenn es sich um ein E-Auto handelt. Die Entscheidung für ein solches Fahrzeug fällt in Würzburg besonders leicht. Denn die WVV Energie hat das Thema Ladeinfrastruktur schon seit Jahren auf dem Schirm und treibt den Ausbau konsequent voran. Inzwischen lassen sich die Akkus von E-Autos an mehr als 350 Ladepunkten der WVV Energie in und um Würzburg aufladen. An 21 Standorten ist sogar das besonders schnelle Laden mit Gleichstrom möglich. Hier geht’s zur interaktiven Karte mit allen Lademöglichkeiten der WVV.

Bei der Suche nach geeigneten Standorten verfolgen die Verantwortlichen einen exakten Plan. „Wir haben in Würzburg und der näheren Umgebung eine Bedarfsanalyse durchgeführt und das Gebiet in mehrere 400 mal 400 Meter Raster aufgeteilt. Je nach Lage ist die benötigte Anzahl an Ladepunkten in den einzelnen Rastern unterschiedlich. Ziel ist, dass in jedem dieser Quadrate ausreichend Ladeinfrastruktur entsteht“, erzählt André Nun, bei der WVV Energie unter anderem für die Planung von Ladesäulen verantwortlich. Das Tempo des Ausbaus richtet sich nach den Zulassungszahlen neuer E-Fahrzeuge. 2024 etwa hat die WVV Energie circa 2,5 Millionen investiert und 100 Ladepunkte errichtet. 30 davon sind DC-Schnellader. Bis Ende 2025 sollen 34 weitere Standorte mit 120 Ladepunkten hinzukommen.

Damit spielt Würzburg in Sachen E-Mobilität in der ersten Liga. Im VDA-Ranking belegt die Stadt Rang 21 beim sogenannten A-Wert. Dieser beschreibt die Attraktivität eines Ladenetzes und setzt dafür die verfügbaren öffentlich zugänglichen Ladepunkte ins Verhältnis zu den in der Kommune zugelassenen E-Autos. Zur besseren Einordnung: Die WVV betreibt rund 65 % ebendieser Lademöglichkeiten. Nur neun Großstädte rangieren vor Würzburg. Und im Vergleich zum Vorjahr hat sich Würzburg um sieben Plätze verbessert.

Eine junge Dame lehnt an ihrem Elektroauto, das eben an einer 300 kW-Ladesäule der WVV Energie lädt, und scrollt dabei lässig auf ihrem Smartphone
Beste Ladestandorte, vergünstigte Ladepreise mit der WVV Komfortkarte und apropos „Komfort“: Jetzt noch mehr Ladekomfort dank schnellem und sicherem Internetzugang mit WüFi an den meisten unserer Ladestationen! // Foto: Stefanie Jakob

Noch viel mehr in Planung

Selbstverständlich denken die Expertinnen und Experten der WVV Energie schon heute an morgen und legen die Technik entsprechend aus. Heißt: Jeder Standort wird mit einem Lastmanagement ausgestattet bzw. vorbereitet, dass dafür sorgt, dass die zur Verfügung stehende Anschlussleistung an alle Fahrzeuge aufgeteilt wird, damit diese möglichst schnell die gewünschten 80 % Ladung erreichen.

Außerdem ist künftig denkbar, einzelne DC-Ladestationen mit einem Speicher auszustatten. Aus zwei Gründen: Kundinnen und Kunden steht dann, trotz begrenzter Anschlussleistung des Netzanschlusses, die volle Leistung zur Verfügung. Darüber hinaus entlasten Stromspeicher das Netz, weil sie sich zu Zeiten füllen lassen, in denen der sonstige Bedarf geringer ausfällt. Das macht die Ladestationen zu Werkzeugen der Netzstabilisierung. Und damit zum Nachweis, dass die WVV Energie immer alle Sektoren und damit das große Ganze im Blick hat.

Fazit: Würzburg ist auf einem guten Weg

Die Würzburger Verkehrswende ist in vollem Gange. Und verglichen mit anderen deutschen Großstädten schon relativ weit. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit, die – was die Straßenbahn betrifft – schon vor vielen Jahrzehnten ihren Anfang nahm. Heute kombinieren die Verkehrsexpertinnen und -experten im WVV-Konzern klug Bewährtes mit Neuem. Dabei sorgen sie stets dafür, dass alles sinnvoll ineinandergreift und ergänzt. Immer mit dem Ziel, das Mobilitätsangebot für die Menschen in der Region klimaneutral zu optimieren.

Unter dem Motto „60 Jahre Transformation – Gemeinsam die Zukunft gestalten“ feiert die WVV im Jahr 2025 die gemeinsame 60-jährige Geschichte mit der Region Würzburg. Die WVV prägt die Region seit 1965 und gestaltet die Zukunft vor allem im Rahmen der Energie- und Mobilitätswende wesentlich mit.

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